Zegama-Aizkorri 2026: Der komplette Guide zum härtesten Berglauf der Welt
Alles über Zegama-Aizkorri 2026: 42,2 km, 5.400m D+, 17. Mai, 25. Jubiläum. Losverfahren, Golden Trail World Series, Training und Logistik.
Manche Rennen läuft man. Andere erduldet man, respektiert man und vergisst sie nie. Zegama-Aizkorri gehört zur zweiten Kategorie.
Jeden Mai verwandelt sich ein Dorf mit kaum 1.500 Einwohnern in Gipuzkoa für 24 Stunden in die Welthauptstadt des Mountain Running. Die besten Athleten des Planeten messen sich auf einem Kurs ohne Gnade: 42,2 km und über 5.400 Höhenmeter durch die markantesten Gipfel des Aizkorri-Massivs. Im Jahr 2026 feiert das Rennen sein 25. Jubiläum — am 17. Mai.
ℹ️ Zuletzt verifiziert: März 2026. Alle offiziellen Details: zegama-aizkorri.com.
Zegama-Aizkorri ist ein extremer Berglauf, der jährlich im Naturpark Aizkorri-Aratz (Gipuzkoa, Baskenland) stattfindet. Die erste Ausgabe war 2002, als der lokale Club Sakana ein Rennen organisierte, das er für eine regionale Veranstaltung hielt. Zwei Jahrzehnte später gilt es als eines der fünf bedeutendsten Trailrennen der Welt und als Auftaktrennen der Golden Trail World Series.
Was Zegama einzigartig und gnadenlos macht, ist die Höhenmeter-Dichte: 5.400 m Anstieg auf nur 42 km — im Schnitt 128 Höhenmeter pro Kilometer. Es gibt kein einziges flaches Stück zum Erholen. Anstiege und Abstiege wechseln sich ununterbrochen ab, und das Gelände ist von Anfang bis Ende technisch: Felsen, nasses Gras, Schlamm, windgepeitschte Grate.
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Das ist, was dir niemand über Zegama erzählt, bis du es selbst erlebt hast. Die Strecke hat fünf klar abgegrenzte Abschnitte — jeder erfordert spezifische Vorbereitung.
Sobald der Startschuss fällt, steigt die Strecke sofort zum Sancti Spiritu an: 800 Höhenmeter auf 3,5 km. Das ist kein laufbarer Anstieg. Es ist Klettern auf allen Vieren über Fels und nasses Gras. Alle gehen hier — auch die Elite.
Der größte Fehler aller Debütanten: Versuchen, diesen Abschnitt zu laufen. Wer den Sancti Spiritu läuft, ist bei Aizkorri bereits erledigt und kämpft gegen den DNF, nicht um die Finisherlinie. Akzeptiere das Gehtempo. Schone die Oberschenkel. Alles beginnt hier.
Nach Sancti Spiritu öffnet sich die Welt auf einem spektakulären Hochgebirgsgrat. Das Gelände wird technisch: große Felsblöcke, schmale Pfade, ausgesetzte Passagen. Rund um km 7-8 liegt der Tunnel von San Adrián — ein mittelalterlicher, in den Fels geschlagener Tunnel. Auch am helllichten Tag läuft man hier mit Stirnlampe. Einer der ikonischsten Momente des Rennens.
Über dem Tunnel steigt der Grat weiter zum Aizkorri-Gipfel (1.528 m), dem höchsten Punkt des Rennens. Hier ist der Wind am stärksten, der Nebel am dichtesten, das Gelände am glattesten. Die Spitzengruppe ist längst ausgemacht.
Die Rückreise. Eine lange technische Querung durch das Aizkorri-Massiv bis zum Aratz (1.443 m), dem zweiten großen Gipfel. Wechselnde Untergründe: erst felsige Mulden, dann Grasgrate, dann schlammige Pfade.
Aratz ist die psychologische Mitte des Rennens — nicht kilometrisch, sondern energetisch. An diesem Punkt haben deine Beine bereits mehr Höhenmeter abgearbeitet als viele 80-km-Ultras insgesamt. Die mentale Schlüsselphase beginnt hier: Viele verlangsamen dramatisch zwischen Aratz und Aloña, weil sie die erste Hälfte zu schnell angegangen sind.
Der Kontrollpunkt bei Aratz (~km 22-24) ist der wichtigste Stop: Brühe, Brot, Cola und Gels. Überspringe ihn nicht. Auch wenn du dich gut fühlst, iss hier etwas Festes. Wer Aratz leer passiert, schafft Zegama nicht mehr laufend.
Nach Aratz führt die Strecke über die Aloña-Seite zurück (~1.300 m). Ein langer, exponierter Gratkamm, der auf Beinen lastet, die schon 28 km geleistet haben. Wind ist hier ein dauernder Faktor — der typische Nordwind des Baskenlandes trifft dich frontal.
Das ist der mental zermürbendste Abschnitt des Rennens. Das Ziel ist nicht in Sicht, Oberschenkel und Waden beginnen zu brennen, und das technische Gelände verzeiht keine Fehler. Die meisten DNFs geschehen hier oder im folgenden Abschnitt: Krämpfe durch Natriummangel, Unterkühlung nach übermäßigem Schwitzen an den Aufstiegen, Stürze auf nassem Fels.
Die letzten 4 km führen 1.200 m technisch hinunter ins Dorf. Das ist kein laufbarer Abstieg für erschöpfte Beine — es ist felsig, steil und tückisch nass. Stöcke helfen auf diesem Gelände kaum; gefragt sind schnelle Füße, Quadrizepskraft und Konzentration.
Dann aber: der Sound von Zegama. Das Dorf ist ausgerastet. Die Txalaparta schlägt, die Cuadrillas brüllen, Hunderte Zuschauer säumen die engen Gassen. Der letzte Kilometer durch das Dorf ist eines der emotionalsten Zieleinläufe im gesamten Trail Running.
Die Wahrheit: Eine Startnummer für Zegama zu bekommen ist sehr schwer. Kapazität: 600-800 Athleten. Anfragen: über 6.000. Deine Optionen:
1. Golden Trail World Series — Direkte Qualifikation: Athleten mit ausreichend GTWS-Punkten aus Qualifikationsrennen bekommen einen garantierten Startplatz. Der Weg der Profis.
2. Offenes Losverfahren: Ein Teil der Startnummern wird per Los vergeben. Die offizielle Website (www.zegama-aizkorri.com) gibt bekannt, wann die Registrierung öffnet — normalerweise im Herbst. Du musst dich registrieren, um am Los teilzunehmen; es passiert nicht automatisch. Trage Oktober/November in deinen Kalender ein.
3. Kontingent Club Sakana: Der veranstaltende Club hält Plätze für lokale Athleten und Clubmitglieder bereit.
4. Warteliste: Nach dem Hauptlos kannst du auf die Warteliste. Jedes Jahr werden in den Wochen vor dem Rennen Plätze frei.
Nachgewiesene Erfahrung in anspruchsvollen Bergläufen ist Pflicht. Die Organisation behält sich das Recht vor, Meldungen ohne notwendige Erfahrung abzulehnen.
Wochen 7-12: Spezifischer Aufbau. Bergwiederholungen einführen. Ausfahrten über 25+ km mit 1.500+ m D+ in einer Einheit. Volumen: 70-90 km/Woche.
Wochen 13-17: Intensitätsblock. Zwei Qualitätseinheiten pro Woche. Rennsimulatoren auf ähnlichem Gelände. Spitzenvolumen: 90-100 km/Woche. Technische Abstiege: mindestens eine lange technische Abstiegseinheit pro Woche.
Wochen 18-19: Tapering. Volumen auf 60%. Intensität kurz halten. Rennlogistik einüben.
Woche 20: Mittwoch/Donnerstag anreisen. Freitag 20 min locker. Samstag: Zegama.
✈️ San Sebastián/Donostia (EAS) — ~40 Minuten Fahrt, die beste Option
✈️ Bilbao (BIO) — ~1 Stunde, mehr Verbindungen aus Deutschland
Unterkunft — frühzeitig buchen, das ist kritisch:
Zegama selbst: 4-5 kleine Pensionen/Privatquartiere. Ausgebucht 6+ Monate vor dem Rennen.
Beasain (8 km): Die logischste Basis. Hotels und Apartments. Ausgebucht 3-4 Monate vorher. Erste Wahl.
Ordizia (12 km): Ähnlich wie Beasain. Wer im Mai läuft, bucht vor Dezember.
San Sebastián (55 km): Immer verfügbar, aber in der Rennwoche teuer.
Parken am Renntag: Die Parkplätze bei Zegama sind vor 5:00 Uhr voll. Komm am Vorabend oder nutze die offiziellen Shuttle-Parkplätze 2-3 km außerhalb.
Wetter Anfang Mai: Tal 12-16°C, Gipfel 2-8°C. Regen sehr wahrscheinlich (+70%). Nebel auf den Graten ist häufig. Immer für das schlechteste Wetterschenario vorbereiten.
Kílian Jornet hat Zegama mehrmals gewonnen, und sein Rekord von ~3h34 gilt als eine der eindrucksvollsten Leistungen im Mountain Running: 42 km und 5.400 m D+ mit ~11,8 km/h Durchschnitt — eine Geschwindigkeit, die die meisten Läufer nicht einmal auf flachem Asphalt halten können. Weitere Sieger: Stian Angermund (Norwegen), Rémi Bonnet (Schweiz), Jan Margarit (Spanien). Frauen: Ragna Debats, Marta García Pérez.
Als Auftaktrennen der Golden Trail World Series zählen Zegama-Punkte stark für die globale Gesamtwertung im Mountain und Sky Running. Andere Rennen im Circuit: Sierre-Zinal (Schweiz), Dolomites SkyRace (Italien), Skyrace des Marécottes (Schweiz). Ein Sieg in Zegama kann die Weltmeisterschaft entscheiden.
Kann ich Zegama auch ohne Laufen besuchen?
Unbedingt, und wir empfehlen es jedem, der noch nie dort war. Steig am Renntag zum Tunnel von San Adrián oder zum Aizkorri-Grat auf und beobachte die Weltklasse. Nimm Bergschuhe, Regenjacke und warme Lagen mit — das Gelände ist fast immer nass und die Gipfel sind kalt.
Gibt es Alterskategorien?
Ja, Veteranenkategorien V40, V50 und höher. Das Zeitlimit gilt für die Gesamtwertung; es gibt keine eigenen Zeitlimits je Kategorie.
Was passiert bei extrem schlechtem Wetter?
Zegama wurde schon bei Schnee, Hagel, heftigem Regen und starkem Wind gelaufen. Die Organisation kann den Kurs bei extremen Bedingungen anpassen, sagt aber selten ab. Immer für das schlechteste Wetterschenario vorbereiten.
Gibt es am gleichen Wochenende auch ein kürzeres Rennen?
Ja. Normalerweise gibt es einen Kilometer Vertical (KV) und einen kürzeren Volksläufer. Ideal für Familie oder Freunde, die die Atmosphäre erleben wollen, ohne die extreme Herausforderung.
Wo kann ich das Rennen live verfolgen?
Die GTWS überträgt in der Regel live auf ihrer Website und YouTube. Suche "@zegamaaizkorri" auf Instagram für Echtzeit-Updates am Renntag.
Zegama ist kein Rennen, das du planst und abhakst. Du baust es dir auf — Jahr für Jahr, Berg für Berg, technischen Abstieg für technischen Abstieg. Wenn du an der Startlinie in Zegama stehst, weißt du, dass du etwas erreicht hast, das die meisten Läufer der Welt nie erleben werden.
Sammle Höhenmeter. Trainiere die Abstiege. Melde dich für das Los an, sobald es öffnet.